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Physiotherapeut (Ausbildung)

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Geschrieben von Physio am Mittwoch, 10. Januar 2007

Mein Name ist Marc, ich komme aus Berlin und bin 21 Jahre alt. Nachdem ich im Jahr 2005 mein Abitur gemacht habe, leistete ich meinen Dienst an der Waffe. Bis zu diesem Zeitpunkt war ich absolut darauf fixiert eine Karriere als Offizier bei der Bundeswehr einzuschlagen. Aufgrund der Entwicklungen in der Welt war ich mir aber plötzlich nicht mehr sicher ob es wirklich das ist was ich will.

Auf die Idee mit dem Beruf als Physiotherapeut irgendwann einmal meinen Lebensunterhalt zu verdienen kam ich über zwei Gleise: erstens hatte ich mich bei der Bundeswehr einmal verletzt und bekam selber Physiotherapie zweitens kam meine Mutter eines Tages zu mir und unterbreitete mir diesen Vorschlag. Die Idee war geboren und die Entscheidung folgte wenige Tage später. Was habe ich verpasst? Da meine Entscheidung feststand fuhr ich gar nicht erst nach Köln zum Einstellungstest der BW, ich werde also nie erfahren, ob ich je angenommen worden wäre. Doch genug davon ich wendete meinen Blick ab von viel Geld und einer festen Anstellung, hin zu einem Leben ohne stillstand.

Am 1. April begann meine Ausbildung. Langes kennenlernen war nicht drin, ab dem ersten Tag hagelte es Fremdworte, eine ziemliche Umstellung nach 9 Monaten geistigen Stillstands. Nach zwei Wochen war man jedoch mittendrin. Im ersten Semester hieß es bankdrücken und lernen lernen lernen, der Unterricht war sehr theoretisch und viele scheiterten schon daran (für Hauptschüler ohne Spaß am Lernen absolut nicht geeignet). Nach diesen 6 Monaten waren alle heiß darauf endlich an den Patienten zu dürfen! Ab dem zweiten Semester läuft es in meiner Schule wiefolgt ab, 2 Wochen Schule 2 Wochen Praktikum (in einer zugewiesenen Einrichtung) immer im Wechsel, nun konnte ich mein Wissen an den Mann oder die Frau bringen. Der Kontakt mit den Menschen (fast so wichtig wie die Behandlung selber: d.h. Kontaktfreudigkeit ist das A & O) brachte mir ab dem ersten Tag großen Spaß.

Die Kehrseite der Medaille ist, man muss in der Lage sein schlechte Laune oder Trauer oder Sonstiges runterzuschlucken. Der Patient muss immer positiv beeinflusst und motiviert werden, es wird einem meist zurückgezahlt. Ich bin jeden Tag aufs neue erstaunt, wie der menschliche Körper funktioniert und es bringt mir auch immer großen Spaß zu knobeln was dem Patienten wirklich fehlt.

So schön die Ausbildung auch ist, hat sie auch negative Seiten es ist eine schulische Ausbildung die bezahlt werden muss. Ich zahle monatlich 350 €, werde dabei von meinen Eltern unterstützt. Ich gehe nebenbei trotzdem noch arbeiten und habe nur selten ein Wochenende und bin damit nicht allein.

Es gibt auch die Möglichkeit Gelder vom Staat zu bekommen (ich kann dies leider nicht in Anspruch nehmen, da ich noch zu Hause wohne) zum Beispiel Schüler BAfÖG. Ich rate euch informiert euch vor Beginn eurer Ausbildung genau bei den Ämtern, solltet ihr solche Leistungen in Anspruch nehmen wollen, es gab schon bittere Tränen, weil Wunsch und Realität weit auseinander lagen.

Nichts desto trotz war es für mich die richtige Entscheidung und vielleicht liegt einer von euch ja mal auf meiner Bank.

Bis dahin viel Erfolg,

euer Marc.



Physiotherapeut

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