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Zivildienst im Krankenhaus (Zivildienst)

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Geschrieben von ytube1 am Mittwoch, 31. Oktober 2007

Heute möchte ich euch meine Erfahrungen vom Zivildienst schildern. Vorweg muss ich sagen, dass ich während meiner Musterung noch nicht direkt Verweigert habe, da für mich nicht klar war ob ich nicht doch zum Bund möchte. Was ich nun im nachhinein dazu sage, ob ich meine Entscheidung nun bereue oder dem Ganzen etwas positives abgewinnen konnte erfahrt ihr in meinem Bericht. Im Leben eines jeden Jungen kommt irgendwann einmal der Tag wo wir zur Musterung müssen und mal ehrlich: Fast jeder darauf hofft irgendwie ausgemustert zu werden. An dem Tag entscheidet sich dann auch meist ob man sich 9 Monate lang beim Bund sieht oder doch eher in einer anderen Einrichtung... ok, bei mir kam das erst viel viel später, nachdem ich schon einberufen wurde, aber ich gebe jedem der sich das hier durchliest jetzt schon den Tipp sich vorher zu entscheiden, denn danach wird es einem wirklich schwer gemacht noch zu verweigern!

Gut, ich habe also für mich entschieden den Dienst an der Waffe zu verweigern und mein Glück als Zivildienstleistender zu versuchen. Vom Bundesamt bekommt man dann eine Liste zugeschickt mit Orten, an denen man seinen Zivildienst ableisten kann. Im Gegensatz zu den Wehrdienstleistenden haben wir Zivis das Glück unseren Einsatzort frei zu wählen, heißt also auch, dass man durch seine eigene Stadt rennen kann um alle Krankenhäuser abzuklappern. Wenn man dies nicht macht, wird man zugewiesen und kommt mit viel Pech wirklich an den -zensiert- der Welt, also sollte man sich die Mühe wirklich machen. Eine Angst möchte ich euch direkt nehmen: Als Zivi wird man eigentlich fast überall mit offenen Armen empfangen. Schließlich sind wir eine volle Arbeitskraft zum Preis eines 400 Euro Jobbers.

Die Bezahlung ist für uns auch besser als für einen Wehrdienstleistenden, da wir mit Wohn-, Essens-, Kleidungs- und Fahrtgeld einige Zuschüsse ausbezahlt bekommen, die bei den Waffenfritzen einbehalten werden. Wenn man sich dann auch immer gut benimmt werden nach allen 3 Monaten das Gehalt angepasst. Bei mir waren das im Schnitt 50-100 Euro monatlich. Lässt sich also sehen.

Dann gibt es noch während des Zivildienstes viele möglichkeiten "Urlaub" zu bekommen. Vorweg natürlich die zwei Lehrgänge. OK... Urlaub sollte man nicht sagen, vor allem weil die Lehrgänge verpflichtend sind. Aber zumindest der Zweiwöchige-Lehrgang ist eher ein Partycamp mit geistigen Gesprächen am Vormittag. Was aber passieren kann ist, dass ihr nur einen Lehrgang, oder manchmal sogar keinen von beiden besuchen müsst, da ihr übersehen wurdet oder einfach kein Platz mehr ist. Viele Zivis freut das, weil sie lieber zu Hause bleiben und arbeiten, ich für meinen Teil hätte es bedauert, weil es eine schöne Erfahrung war und man viele neue Bekannte kennen gelernt hat.
Gut, aber das ist ja noch nicht alles... viele kirchliche Einrichtungen machen noch zusätzliche monatliche oder wöchentliche Treffs für Zivildienstleistende, die leider leider immer in die Arbeitszeit fallen. Und da man als Zivildienstleistender das Recht darauf hat diese Veranstaltungen zu besuchen, kann man jede menge Sonderurlaub beantragen.

Ach, wo wir gerade bei Urlaub sind... 20 Tage Urlaub stehen einem ja auch noch zu. Ich hab mir die ans Ende meiner Zivildienstzeit gehängt, so das ich den letzten Monat gar nicht mehr zum arbeiten kommen brauchte. Ist auf jeden Fall eine Überlegung wert, oder?

So, nun zu meiner Arbeit an sich. Ich hab mir in einem Krankenhaus einen Platz gesucht. Eingeteilt wurde ich dann auf einer Schlaganfallstation, vorwiegend in der Stationsküche. Hab also Essen verteilt, Essen geplant, den Leuten beim essen geholfen, Kaffee gekocht (wichtig!!!) oder ganz einfach mal Menschen von A nach B geschoben. Im Grunde alles Handlangerarbeiten für die man Geld bekommt und seine Zeit gut absitzen kann. Da ich viel mit alten Leuten zu tun bekommen habe, war ein Trinkgeld zusätzlich immer drin für den armen aber fleißigen Zivi. Über Weihnachten haben die Patienten auch nicht gegeizt, so das ich am Ende noch mal ein Monatsgehalt zusätzlich hatte... super Sache!

Was für mich aber am Ende das Entscheidende war: Ich habe durch den Zivildienst endlich DEN Beruf gefunden, den ich dann später erlernen wollte. Für mich war danach klar: Ich werde Physiotherapeut!

Zusammenfassend kann ich nur positives über meine Zeit als Zivildienstleistender sagen. Ich hatte wirklich eine Träne im Auge als ich verabschiedet wurde. Aus meiner sicht kann ich jedem nur wärmstens empfehlen ebenfalls Zivi zu werden! :)

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Zivildienst im Krankenhaus

Für den Inhalt der Kommentare sind die Verfasser verantwortlich.


Trillian * schreibt am 25.06.2010 12:23:
Theoretisch kann die Dienstelle durchaus begründet den Aufstieg in eine höhere Soldstufe verweigern.
Ach... * schreibt am 22.12.2009 22:15:
Lol
"Wenn man sich gut benimmt ..."
Man kriegt jede 3. Monate mehr geld, weil man in die nächste Sold-Stufe kommt...
Und nicht weil man sich gut benimmt.
* schreibt am 19.10.2008 16:05:
Ich selbst bin noch in der Phase der entscheidungsfindung (bund ja/nein) und muss sagen das der artikel mir geholfen hat. Wenn ich zivi mache würde ich auch gerne im krankenhaus arbeiten und so positive erfahrungen zu hören war sehr hilfreich.