Massieren, mit den Patienten spazieren gehen, Sport treiben oder einfache Übungen machen.
Klingt simpel... ist es aber nicht. Warum? Weiter lesen... In diesem Bericht möchte ich euch gerne mehr über das Berufsbild Physiotherapeut und die damit verbundene Ausbildung erzählen. Vorweg sollte ich vielleicht erwähnen, dass dieser Beruf derzeit ein absoluter Modeberuf ist, nicht weiter tragisch wenn ihr absolut strebsam seid und einen Abschluss mit Bestnote erzielt. Andernfalls kann der Ausgang die Arbeitslosigkeit oder halbe bis dreiviertel Stellen bedeuten. Zudem gibt es für diesen Beruf keine Lobby in Deutschland, keine Gewerkschaft die die Interessen der Physiotherapeuten vertritt. Folge davon ist natürlich ein schlechtes Tarifmodell, ergo wenig Geld.
Soweit zu den ganzen negativen Punkten, aber das Berufsbild bringt natürlich auch positive Dinge mit sich. Jeder der schon mal in einem Sportverein war kenn den Physiotherapeuten... bisschen Beine massieren, cool über das Spielfeld rennend und allzeit Bereit. Man könnte wirklich sagen, dass man als Physiotherapeut echt Engelsstatus erreicht für viele. Während der Ausbildung lernt man unter anderem auch das Massieren. Sportmassagen sind im grunde nichts anderes als Wellnessmassagen, nur halt mit mehr Einsatz/Kraft. Kommt zum einen beim anderen Geschlecht super gut an, wenn man jemanden massieren kann, zum anderen kann man im Bekanntenkreis oder lokalen Sportvereinen immer mal ne schnelle Mark verdienen. Das schöne an dem Beruf ist, dass man überall in Europa eine Arbeit findet. Habe ich eben überall gesagt? Na... ausgenommen ist Deutschland, weil der Beruf einfach überfüllt ist. Wer aber gerne mal später in der Schweiz oder den Niederlanden Fuß fassen möchte sollte sich den Beruf mal näher anschauen, in anderen Ländern ist man als Physiotherapeut zudem viel freier. Die Patienten dort können zB. selber entscheiden ob sie zum Arzt oder zum Physiotherapeuten rennen, anders als in Deutschland. Somit hat man dort auch eine viel bessere Bezahlung.
Gut, soviel nun zu den Vorteilen, bzw. den Nachteilen.
Um in dem Job bestehen zu können braucht man ein Helfersyndrom, sowie viel Fleiß beim Weiterbilden. Kranken Menschen zu helfen war immer mein Traum, nicht wegen der Bezahlung, sondern viel mehr für den Dank den man nach der Behandlung erfährt. Ein wichtiger Punkt sind die vielen Weiterbildungen. Wer die Ausbildung beendet hat braucht fast immer Zusatzqualifikationen um in einer Praxis oder einer Klinik unterzukommen. Und ein ganz großes Manko dabei sind die Kosten! Hab ich schon erwähnt, dass die gesamte Ausbildung kostenpflichtig ist? In der Regel 400 Euro im Monat + Lehrmaterial und Fahrtkosten zu den Praktikas. Und wenn man dann endlich fertig ist und man noch keinen Cent in der Tasche hat, braucht man nochmal locker 1000 Euro für die erste Weiterbildung, ohne die meist keine Anstellung zu Stande kommt. Wie gesagt, deswegen ist ein Helfersyndrom absolut von nöten!
Erwähnen möchte ich noch, dass man mit einem Realschulabschluss bereits die Qualifikation erreicht hat um staatlich anerkannter Physiotherapeut zu werden. Sollte man nicht über das nötige Kleingeld von etwa 15.000 Euro verfügen, die die Ausbildung etwa kostet, kann man es bei den wenigen staatlichen Schulen versuchen, durch ein Losverfahren einen Platz zu bekommen. Bei 30 freien Plätzen jährlich auf tausende von Bewerbern kein leichtes Unterfangen.






