Betriebliche Ausbildungen bieten vor allem Veterinär und Gesundheitsämter an - da diese allerdings sehr begrenzt sind, kommen hier mindestens 250 Suchende auf eine angebotene Lehrstelle.
Neben den "Standard"-Ausbildungen wie Krankenpfleger oder Physiotherapeut sind die Jobchancen in diesem Beruf positiv, da fast jeder größere Betrieb ein Labor hat und für dieses Angestellte sucht (Lebensmittelbetriebe, Chemiefirmen etc.).
Der größte Unterschied zu anderen medizinischen Ausbildungen ist, dass man kaum mit dem Patient direkt in Berührung kommt. Dies ist für viele DER Grund diese Ausbildung zu wählen. Man bleibt von den unangenehmen Tätigkeiten eines z.B. Krankenpflegers "verschont" (Menschen waschen, windeln, bestimmte Gerüche aushalten, Putzen etc.).
MTLA untersuchen Körperflüssigkeiten wie Blut, Eiter und Urin auf bestimmte Merkmale wie zum Beispiel rote und weiße Blutkörperchen, Bakterien, Dichte, ... in etwa 40 Werte pro Untersuchungsmaterial.
Da es ein medizischer Beruf ist, muss hier höchste Exaktheit und Perfektionismus an den Tag gelegt werden. Fehler können lebensbedrohlich sein, oder zu Fehldiagnosen führen.
Der Unterricht in der Schule teilt sich in viele Fächer auf: Klinische Chemie, Anatomie, Gerätekunde, Psychologie, Chemie, Mathe (Umrechnungen!) ... und ist sehr sehr anspruchsvoll!
Dadurch, dass nur in den Ferien Praktikas durchgeführt werden (Praktisch wird in der Schule geübt), hat man die ganze Woche hindurch Schule. Der Anspruch ist sehr hoch. Durchschnittlich beschreibt man pro Woche einen karrierten Block Papier. So viel Wissen muss gelernt und verarbeitet werden.
Mit Hausaufgaben werden die angehenden MTLA's überhäuft - um es zusammenzufassen: Nach der Schule ist noch lange nicht Schluss mit Schule, da selbst Schnell-Lerner min. 3 Stunden pro Tag an seinem Schulzeut sitzen.
Praktikas werden in den Zeiten der Ferien durchgeführt (Sommer: 5 Wochen normale Ferien, 5 Wochen Praktikum in einem Krankenhaus, Laborpraktikas im 2ten Lehrjahr).
Verdienstmöglichkeiten sind also nur BaföG, was und wie viele wissen, ja doch sehr begrenzt ist. Diese Ausbilung ist nicht so "einfach" wie sie scheint. Durch die meist nicht vorhandene betriebliche Ausbilung ist der Lernaufwand als ENORM einzustufen. Wenn man nicht gerne lernt oder sich nicht vorstellen kann auch einmal am Wochenende zu lernen, sollte man sich eine andere Ausbildung suchen. Trotzdem ist es ein Beruf, der chemie und medizin interessierten Jugendlichen eine interessante Möglichkeit bietet ihre Interessen auszuleben.
Mein Rat an alle Besucher, die eine deratige Ausbildung anstreben:
- informieren sie sich genau, was die Ausbilung beinhaltet
- der Einstellungstest ist sehr anspruchsvoll in Sachen Chemie, Physik, Biologie und Mathematik
- so hart es klingt, aber Realschulabsolventen sind mit dieser Ausbilung meist total überforbert, da Sie diese Datenmengen nicht gewöhnt sind
- sie sollten sich 100% sicher sein, diese Ausbildung machen zu möchten, weil sie wirklich viel persönlichen Einsatz fordert
Abschließend will ich sagen, dass es trotz der von mir erwähnten negativen Seiten, eine angenehme Ausbildung ist, die das Allgemeinwissen schärft und gute Jobchancen mit sich bringt.
Ich danke für ihre Aufmerksamkeit.






