Hallo zusammen,
Ich habe meine Ausbildung zum Kaufmann im Einzelhandel von 08.04 bis 01.07 absolviert (2,5 Jahre).
ich fange mal mit der Berufsschule an:
Die Berufsschule (2x wöchentlich) fand ich über weite Strecken sehr interessant, hat mich jedoch sehr unterfordert. Auf einen Schüler, der schon vorher eine kaufmännische Schule (Handelsschule, HöHa) besucht hat, kommt leider nichts neues dazu, leider!
Ich war vorher auf der Berufsfachschule, daher kann ich das ziemlich genau beurteilen, dass der Stoff so ziemlich der gleiche ist. Ich bin immer gerne zur Schule gegangen, weil danach immer frei war und ich gute Noten bekommen haben.
Im Betrieb:
Jeder sollte sich vor Antritt einer Ausbildung als Kaufmann im Einzelhandel (KIE) klarmachen, dass man mit heftigen Einschnitten in Punkto Freizeit, Freunde, Hobbies etc klarkommen muss. Es ist einfach so!!
Nehmen wir die geliebten Öffnungszeiten: in dem Supermarkt, in dem ich arbeite haben wir von 7-22 Uhr geöffnet (und das in einem Vorort von Bergisch Gladbach, hehe :-))
Schichten von 10.15 bis 22.15 sind keine Ausnahme bei mir.
Auch ist dieser Beruf sehr stressig, es kommt leider oft vor, dass sich Lieferungen sehr verspäten, dass Kunden alles "viel zu teuer" finden und das dann lautstark deutlich machen, und, und, und...
Viele schwärmen von der Abwechslungsreichigkeit und von den "tollen Aufstiegschancen im Einzelhandel"
1. Abwechslung?? naja, die hält sich in Grenzen. Kassieren, Ware verräumen, Kundenberatung und ein bisschen am PC arbeiten, mehr ist es im Grunde genommen nicht. Und die Hauptaufgabe eines Azubis: Putzen und Saubermachen.
2. Aufstiegsmöglichkeit: Es ist immer erstaunlich, wie sich angehende Azubis bei Vorstellungsgesprächen über die Weiterbildungsmöglichkeiten und Aufstiegschancen informiert haben, aber nicht genau wissen, welche Aufgaben eine KIE zu erledigen hat.
Viele Azubis werden geblendet von den Aufstiegsschancen. Es ist aber leider auch ein Trick des Handels, mit den Aufstigschancen zu ködern. (Auf der Azubiehrung im August 2007 haben dieses Jahr über 500 Azubis ihre Prüfung erflogreich bestanden, gerade einmal 10 (einer von Ihnen bin ich ) konnten für die Nachwuchsförderung (Stellvertretung-->Marktleitung-->...) übernommen werden. Das sind nicht einaml 2% (!). Viel ist das nicht!!
Noch als negativen Punkt finde ich die Bezahlung im Einzelhandel. In der Ausbildung geht es, da kann man sich nicht beklagen. Doch das, was man nach der Ausbildung kriegt, ist sehr wenig. Als ich beim Vorstellungsgespräch war, sagte mir mein Chef: "Wenn sie im Einzelhandel was verdienen wollen, müssen Sie schon mindestens Marktleiter sein!" Heute als ausgelernter KIE weiß ich, was er damit gemeint hat!
Zusammenfassend würde ich sagen:
Wer wirklich Spaß am Verkaufen hat, für den ist die Ausbildung genau das Richtige. Wer allerdings halbherzig bei der Sache ist und kein richtiges Interesse zeigt, der soll es lieber von vornerein sein lassen.
Wenn ich jetzt noch eine Ausbildung machen müsste, würde ich die Ausbildung zum Kaufmann im Einzelhandel NICHT nochmal machen!
So, ich hoffe euch hat mein kleiner Bericht über meinen Beruf und die Ausbildung geholfen!






