Ein Beruf mit Zukunft :)
Da mir der Umgang mit älteren Menschen sehr wichtig ist, ich ihnen sehr gerne helfe und mich auch die Schicksaale sehr interessieren, hab ich mich für die Ausbildung zur Altenpfelgerin entschieden. Schließlich brauch auch unsere ältere Generation Hilfe und Unterstützung im Alltag.
Ich muss noch dazu sagen, dass man ab 1. August mindestens einen Realschulabschluss für die Ausbildung zur Altenpflegerin benötigt und die Ausbildungszeit drei Jahre beträgt. Leider wird die Aus- und Weiterbildung zur Altenpflegerin nicht mehr vom Arbeitsamt gefördert.
Nun ein paar Infos zu meiner Tätigkeit:
In der Berufsschule haben wir Fächer wie Medizin und Altenpflege. In Medizin lernen wir Themen wie Arzneimittellehre, altersbedingte Krankheitslehre, Anatomie, Physiologie und was alles was sonst noch dazu gehört.
Ein schwerer Inhalt ist auch Psychologie und Soziologie, weil man ja später auf die Menschen eingehen können muss.
Hinzu kommt dann noch Rechtslehre, Ernährungslehre und Berufskunde.
In dem Fach Altenpflege lernen wir sämtliche Praktiken zur Behandlung, Betreuung, Medikamentengabe, therapeutische Maßnahmen und physiotherapeutische Maßnahmen. Man lernt also alles, was im täglichen Umgang mit den älteren Menschen benötigt wird, um auch sich selbst nicht zu sehr zu belasten.
Zur Arbeit ansich. Man arbeitet überwiegend im Zweischicht-System. Nachtschicht eher weniger, außer man wünscht es. Der Tag beginnt meist mit der hygienischen Pflege, die ist aber bei Weitem nicht so, wie viele immer denken. Denn nicht jeder Bewohner ist ein absoluter Pflegefall und viele sind noch sehr selbständig und können sich selber waschen. Das ganze Prozedere dauert also nicht länger als 1-1,5 Stunden am Tag.
Dann gehts weiter mit der Medikamentegabe, Behandlung nach AVO (ärztliche Verordnung - Blutzuckermessung, Blutdruckmessung, Insulingabe etc.), Essensvergabe mit Anreichen der Nahrung, Beschäftigungstherapie, kulturelle Abende, gemeinsame Ausflüge, Bastel- und Gedächtnistraining, Betreuung der Angehörigen, Vorbereitungen für den Schlaf und so weiter.
Dazu gehören auch physiotherapeutische Maßnahmen, diese allerdings nur eingeschränkt. Denn alle Übungen düfen wir als Altenpfleger nicht durchführen, dafür gibt es ja spezielle Physiotherapeuten.
Der ganze Tag gestaltet sich also sehr umfangreich und wird nie langweilig. Es kommen täglich andere Aufgaben auf einem zu und macht mir persönlich riesen Spaß. Ich würde aber jedem raten, der sich für eine Ausbildung zum Altenpfleger interessiert, vorher unbedingt ein Praktikum zu absolvieren. Nur so kann man sehen, ob es einem liegt oder nicht. Das sieht man recht schnell in der ersten Zeit. Nicht jeder ist für diese Aufgaben geboren und das kann sehr schnell zur Quälerei werden, wenn man kein Spaß bei der Arbeit hat. Das merken die Bewohner übrigens genauso.
Wenn man sich dann für die Ausbildung entschieden hat, sollte man sich vorher im Klaren sein, dass man sich emotional nicht zu sehr binden darf. Es kommt ja doch hin und wieder vor, dass Menschen versterben und daran kann man schon kaputt gehen, wenn man nicht mit einer gewisser Distanz zur Arbeit dabei ist.
Man sollte auch aufpassen, dass der Beruf einen nicht so weit beansprucht, dass man sein eigenes Leben vernachlässigt.
Für mich war die Berufswahl jedenfalls genau die Richtige. Denn es gibt nichts schöneres als ihnen zu helfen und später den Dank dafür zu genießen. Oftmals bekommt man auch selber sehr wertvolle Tipps und Ratschläge für das eigene Leben.
Wer auch langfristig einen Beruf sucht, hat als Altenpfleger besonders gute Chancen. Denn wie wir alle wissen, steigt das Durchschnittsalter in Deutschland immer weiter und wird auch in den nächsten Jahren weiter ansteigen. Aus meinen Erfahrungen kann ich sagen, mindestens 90% werden auch nach der Ausbildung für eine spätere Anstellung übernommen. Das Gehalt von Altenpflegern ist in der Ausbildung zwar nicht so üppig aber nach einer Übernahme nicht schlecht. Denn 2000 Euro sind nach der Ausbildung sehr schnell drin.
Desweiteren besteht die Möglichkeit als ambulante oder stationäre Altenpflegerin zu arbeiten. Ambulant wären dann Hausbesuche und stationär wäre in den entsprechenden Heimen. Das kann man sich selbst aussuchen.
Vielleicht sollte man auch den Gedanken vor Augen haben, dass wir alle mal älter werden uns uns freuen würden, wenn uns selber dann geholfen wird.
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