Was muss ich können, um diesen Studiengang zu studieren?
Die formalen Anforderungen sind: Entweder die allgemeine Hochschulreife (kein Orts-NC) oder Fachhochschulreife mit Note 3,0 oder besser. Bei FHR müssen noch weitere Kurse in Deutsch, Mathe und Englisch belegt werden und eine Eignungsprüfung abgelegt werden, um die endgültige Zulassung zu bekommen.
Der Studiengang fordert sehr viel logisches und mathematisches Denken. Du solltest auf jeden Fall folgende Fähigkeiten mitbringen: Abstrahieren von Problemen, Gestaltung neuer Problemlösungen, erkennen von Zusammenhängen, Schlussfolgerungen.
Dazu kommen noch folgende Softskills: Stressresistenz; eine 50 Stundenwoche zu schieben, ist in diesem Studiengang keine Seltenheit, wenn man seine Aufgaben ernst nimmt und versucht, in der Regelstudienzeit fertig zu werden. Man hat natürlich auch viel freie Zeit, aber gerade in der Klausurphase wird man einen Monat sehr viel arbeiten müssen.
Teamwork: Eine gut funktionierende Lerngruppe ist der Schlüssel zu einem erfolgreichen Studium in dieser Fachrichtung. Es ist wichtig, dass du Arbeitsmethoden im Team (Aufgabenteilung, effiziente Zeitplanung, etc.) beherrschst.
Wann eignet sich der Studiengang nicht für mich?
Informatik ist kein Computerkurs. Es ist auch kein Programmierkurs.
Sicherlich wirst du hin und wieder mal programmieren müssen, aber das ist kein wesentliches Merkmal dieses Studiengangs.
Wie läuft der Studiengang ab?
Im ersten Teil des Grundstudiums erlernst du ganz grundlegende Begriffe und Methoden der Informatik. Dieses Wissen ist sehr theoretisch (wie alles in der Informatik) und dazu nichtmal praxistauglich. In den ersten 2 Semestern kann das ganz schön die Motivation nach unten ziehen.
Allerdings sind diese Inhalte sehr wichtig, im Hauptstudium wird auf viele Dinge zurückgegriffen, die dann als wichtiges Werkzeug dienen.
Die Inhalte sind: Erlernen der Objektorientierten Programmierung mit Java, Einführung in die Mathematik, grundlegende Logik, grundlegende technische Informatik, grundlegende Datenstrukturen und Algorithmen.
Man erhält also einmal die Grundlagen in einem Rundumschlag durch die Informatik. Wie gesagt, lässt sich mit dem Zeug noch nicht allzuviel anfangen. Ziel ist es an dieser Stelle, zu lernen, wie man an Probleme herangeht und sie löst.
Im zweiten Teil des Grundstudiums stehen grundlegende theoretische Informatik, Datenbanken, Stochastik, Softwareentwurf und ein Softwarepraktikum an.
Wenn man das Grundstudium geschafft hat, verfügt man über alle Werkzeuge, die man braucht, um sich mit wirklich interessanten und praxisrelevanten Problemstellungen der Informatik auseinanderzusetzen. Im Haupstudium ist daher das Wissen nicht mehr so breit gestreut, es gibt keine Einführungsveranstaltungen mehr, sondern nur noch Vorlesungen, die sich mit einem Themenkomplex sehr intensiv beschäftigen. Das Hauptstudium besteht aus den 4 Modulen
- Software
- Eingebettete Systeme und Systemsoftware
- Algorithmen und Komplexität
- Mensch-Maschine-Wechselwirkung
Aus allen Modulen müssen Veranstaltungen belegt werden, Beispiele hier sind: Wissensbasierte Systeme, Datenbankmanagement Systeme, Usability Engineering, Optimierung, Parallele Systeme, Hardware/Software-Codesign, etc. Es gibt also eine sehr breite Auswahl an Themen, aus denen man sich interessante Vorlesungen heraussuchen kann.
Schließlich schreibt man noch die Bachelorarbeit, diese ist mit 6 Wochen Vollzeit bemessen. Darin soll der Student zeigen, dass er Problemstellungen der Informatik analysieren und lösen kann, mit den Werkzeugen, die er im Studium erlernt hat.
Ab dem 3. Semester muss noch ein Nebenfach gewählt werden. Zur Auswahl stehen: Chemie, E-Technik, Maschinenbau, Mathe, Medienwissenschaften, Physik, Psychologie, Wirtschaftswissenschaften
Wie schaut der Uni-Alltag aus?
Besonders im Grundstudium ist die Betreuung trotz der hohen Zahl an Studenten sehr gut. Es werden zu jeder Vorlesung Übungsgruppen der Größe von ca. 20-30 Studenten angeboten. Hier werden die in der Vorlesung vorgestellten Inhalte wiederholt und Aufgabenstellungen dazu geübt. In den meisten Fällen werden Übungszettel herausgegeben, deren Bearbeitung meistens freiwillig ist, aber mit Bonuspunkten für die Klausuren vergütet werden.
Die Übungszettel fressen auch die meiste Zeit der Nacharbeitung, dafür ist die Bonusregelung eine gute Sache, um sich für das Nacharbeiten zu motivieren (sonst schiebt man eh alles länger raus ;).
An einem Übungszettel kann man schonmal gute 10-15 Stunden sitzen, je nachdem, welches Fach und wie gründlich man bearbeitet. Spätestens hier braucht man eine Übungsgruppe, Optimum sind 3 Leute insgesamt. Jeder macht den Übungszettel so gut es geht alleine, später trifft man sich und bespricht gemeinsam Probleme. Das ist sehr zeiteffizient, alleine verzweifelt man oft über Dinge, die man nicht auf Anhieb versteht.
Und die Uni an sich?
Die Uni Paderborn ist eine sehr kleine und überschaubare Uni. Es gibt 14.000 Studenten. Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase findet man sich auf dem Campus gut zu recht, nach 2 Semestern hat man jeden Flur schonmal gesehen. Auf dem ganzen Campus ist WLAN mit Internet verfügbar. Die Räume sind sehr knapp, da die Uni ziemlich überfüllt ist, in der Vorlesungszeit ist es daher schwierig, mal einen Seminarraum zu finden, um zu lernen.
Die Mensa und die Cafeteria sind vom Angebot und Service sehr gut, das Essen ist auch Top. Einmal pro Woche gibt es Uniparties und selbstverständlich noch jede Menge andere Aktivitäten und Gruppen, bei denen man teilnehmen kann. Ich bin bald fertig mit meinem Bachelor und bin mit der Wahl der Uni voll zufrieden, für den Bachelor kann ich sie nur wärmstens empfehlen. Daher bei Interesse:
Uni Paderborn: http://www.uni-paderborn.de/
Informationen zum Studiengang: http://typo3.cs.uni-paderborn.de/de/studium/studiengaenge.html
Infos für Schüler: http://wwwcs.uni-paderborn.de/cs/abitur/






