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Autor Thema: Ablauf in der Bundeswehr  (Gelesen 9186 mal)
0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.
Scrypton
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« am: 30. Oktober 2007, 14:51:16 »

Immer, wenn ich diese "Ich will nicht zum Bund"-Themen lese (nicht hier, mehr allgemein), könnte mir echt das Kotzen kommen, was einige für einen sinnlosen Stuss schreiben. Zumal es in jedem Thema immer wieder das gleiche ist. Vorab: Ich habe mich August 2004 freiwillig gemeldet und bin seit 03.04 (der 01.04. war´n Samstag ) bis heute auf unbestimmte Zeit als momentan Hauptgefreiter in der dt. Bundeswehr. Ich finde es immer lustig, wenn einige schreiben: "Ich hab beim Bund nur rumgegammelt." Das mag villeicht stimmen, wenn du in der Küche arbeitest, aber das ist auch der einzige Job wo sowas stimmt. Denn die ersten 3 Monate hat man zum rumgammeln keine Zeit.
So, zur Musterung: Willst du nicht zur Bundeswehr und dich bei der Musterung drücken hier die Sachen, die du vermeiden solltest:

Drogen: Wer welche nimmt ist mir ziemlich egal. Aber den beim Kreiswehrersatzamt nicht. Zieh ruhig einen Abend vorher das JayJoe und geh dann zur Musterung. Du brauchst dir keine Gedanken mehr um die Bundeswher zu machen, aber 1 Jahr Zivilknast ist sicherlich wesentlich ätzender als 9 Monate Bund. Wenn du einfach nur sagst, dass du Drogen nimmst und die nichts finden, musst du dennoch hin.

Alkohol: Wer alkoholabhängig ist kommt zum Bund, kann nach dem stabsärtzlichen Gutachten wieder raus. Direkt in den Entzug.

Faken: Wer meint dass er Verletzungen oder Krankheiten faken muss ist schief gewickelt. Sowohl beim Kreiswehrersatzamt als auch in den Mitlitärkliniken und den Kasernen arbeiten Ärzte, die sich nur zu gut mit Drückebergern auskennen. Die haben schon Sachen gesehen, die ihr euch nicht mal vorstellen könnt. Denkt nicht, dass ihr mit sowas etwas reißen könnt.

Permenante Krankheiten: Krankheiten die kein T3 zur Folge haben sind keine Entschuldigung und werden auch nicht so gehandhabt. Nur wenn man wirklich nicht belastbar ist, was heißt man wäre auch im Arbeitsleben und der Berufswahl eingeschränkt werden mit T3 und niedriger gemustert.

Nicht higehen: Mein persönlicher Liebling. Wer glaubt er taucht einfach mal unter und geht nicht zur Musterung und auch nicht zum Bund, der liegt total falsch. Es gibt eine Einheit genannt Feldjäger, die mehrere Hundert Euro verdienen, nur um rauszufahren und solche Leute zu schnappen und in die Kaserne zu bringen. Und glaubt mir, das sind richtige Atzen. Außerdem arbeiten sie mit Behörden wie Polizei, Außenministerium und Einwohnermeldeamt zusammen und finden jeden. Auch im Ausland.

Der Beste weg wenn man wirklich nicht zum Bund will ist: ehrlich sein. Geh hin, mach die Musterung, schreib deinen KdV-Antrag und 2 Wochen später bist du raus. Oder du lässt dich als Ordonanz einsetzten. Da servierst du ein paar Offizieren das Frühstück, Mittag und Abendessen, rennst den ganzen Tag im Dienstanzug rum und kannst dich sonst auf Staatskosten vollfressen. Das machst du 9 Monate lang und Schicht im Schacht.

Und nun zum Thema "Bundeswehr ist rumgammeln". Stimmt nicht. Denn habt ihr mal darüber nachgedacht: Wenn solche Leute erzählen, dass sie den ganzen Tag nur rumgehangen haben, warum machen sie das nicht heute noch? Ich meine, welcher Job könnte schöner sein, als 8 Stunden am Tag nur Konsole zu zocken oder zu pennen? Schwachsinn. Die die sowas labern sind einfach nur Mittläufer, die nix drauf haben. Mich selbst hats ziemlich krass erwischt, weil meine Grundausbildung 2x3 Monate ging und ich danach in die Ausbildungs- und Sportkompanie versetzt wurde. Also nochmal 3 Monate Ausbildung und dann Aulandsvorbereitung und (da ich aus der Auslandsplanung geflogen bin) bilde ich jetzt die zukünftigen AGA-Ausbilder aus und bin Hilfsausbilder bzw. Roleplayer zum Stellen von AGA- bzw. Auslandsszenarien. Zudem habe ich einen extrem strengen (meist minutengenauen) Rahmendienst-/Wachplan und natürlich ein enorm ausgedehntes Sportprogramm. Warum ich das immernoch mache ... kommt später.

Die Füherscheingeschichte ist auch so eine total überbewertete Sache. Um einen Fühererschein für 2, 4, 10+ Tonnen zu bekommen ist es auche eine ganze Reihe an Entscheidungen, die man nicht selber trifft. Erstmal musst du vor der SGA auf Fühererschein geschickt werden. Wer geht entscheiden deine Vorgesetzten. Das hängt davon ab wo und als was du später eingesetzt wirst. Dann musst du auf Lehrgang und den Fühererschein machen. Dann musst du ja auch ne Prüfung ablegen und die Prüfe sind wesentlich strenger als die im zivilen. Bei uns waren es von 25 Mann die auf Führerschein sind 9 Mann, die ihn auch letztendlich bekommen haben. Aber ohne PKW-Fühererschein kannst du die Sache gleich vergessen, denn der Bund sponsert keine PKW-Führerscheine mehr. Wenn du keinen hast gibt es auch keinen (schön wär´s denn dann müsste ich nicht auf einen sparen).

Cowboy spielen: Hör mal wie ich lache. Man muss erstmal schießen und ich weiß noch, wie es das erste Mal war als ich mein Gewehr geladen hatte und abdrücken sollte. Ich hab gezittert wie blöde. Dann kommt auch noch die Sache mit dem zielen dazu. Schießen ist eine Sache, treffen die andere. Mittlerweile habe ich meine 2. Goldene Schützenschnur. Aber um die richtig krassen Sachen zu schießen musst du länger machen. Standart sind: G36, P8, MG3 und MP2A1 erst wenn man länger macht schießt man die richtig tollen Sachen. In meinem Fall: Handgranate (PA), Granatpistole(PA), Granatwerfer(PA), Panzerfaust(PA), MP7 und Maschienenkanone 20mm(PA) sowie MG3 von Lafette(PA) (mit 200 Schuss und gib´ ihm*gg*)

Bundeswehr oder Bundesheer ist eigentlich nicht schwer (letzteres kenne ich auch, weil wir schon mehrere österreichische Ausbilder hatten). Alles was man dafür braucht ist Selbstdisziplin. Wenn man am ersten Tag auf dem Flur steht hat man einfach Schiss. Das ist bei jedem so. Die erste Zeit ist hart, aber irgendwann hört es auf. Ich hatte Pech weil ich meine Versetzung in eine Ausbildungskompanie hatte, aber man muss einfach das beste draus machen. Ich bereue es heute nicht, denn was einen nicht umbringt... Schließlich finde ich das Ergebnis auch nicht verkehrt. Ich verdiene meine Kohle (und das ist nicht gerade wenig) einfach nur indem ich Sport mache und an Sachen ausgebildet werde, die ich schon tausendmal hatte und sowieso im Schlaf mache. Jetzt bin ich Hilfsausbilder, weil ich einfach so lange auf alles und jeden gesch***** habe und es einfach durchgezogen habe. Ich bin stolz drauf es sagen zu können, aber ich bin ein Mann, harte Schale, harter Kern! Ich verdiene vierstellig und mache dafür nur Sport und Unterricht. Ist wie Boddybuilding mit Geld verdienen. Jetzt habe ich auch ein Einzelzimmer und totale Narrenfreiheit bei uns. Ich kann mir kaufen was ich will und die Freizeit die ich habe kann ich bouncen wie ich will.


Mit freundlichen Grueßen,
Scry
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Manuel
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« Antwort #1 am: 30. Oktober 2007, 22:59:57 »

Huhu Scrypton,

erstmal danke für den ausführlichen Bericht smile

So richtig viel kann ich selber dazu gar nicht sagen, weil ich nicht beim Bund war. Wurde ausgemustert. Die Gründe dafür nenne ich mal nicht.

Ich kann aber nur so viel sagen, wer heute nicht mehr zum Bund will, aus welchen Gründen auch immer, der wird nicht gezogen. Zumindest habe ich diese Erfahrung gemacht und auch viele andere aus meinem Bekanntenkreis.

Einige reden auch nur gut über die Bundeswehr und andere wiederum meinen, dass es verschenkte Zeit war. Ich glaube das kann man so leicht nicht pauschalisieren.

Ich selbst glaube, dass ich nichts beim Bund nichts verpasst habe.

Wie denken die anderen hier über die Bundeswehr?
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Ich würde mich sehr freuen, wenn Du einen kurzen Artikel über deine Tätigkeit schreiben könntest! Damit würdest Du sicher vielen Besuchern bei der Berufswahl helfen.
xhax1988
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« Antwort #2 am: 31. Oktober 2007, 23:23:00 »

Also ich muss sagen ich finde Bund eigentlich nicht schelcht ich finde das da viele Jungs gut mittlerweilse können ja auch mädels hin aber ich finde es ist aufjedenfall grade für Jungs doch eine super Zukunftsperspektive ein freund von mir hat z.B nur einen Haupsschulabschluss und wusste anfangs gar nicht was er machen soll dann kam der Bund und er hat sich entschieden freiwillig jetzt noch länger verpflichtet und geht nach Afganisthan ( gut das hätte ich nicht gemacht und finde es auch naja ... ich sag mal sehr sehr mutig und hoffe das er das durchsteht )

Mein Freund auch der hat Bankkaufmann gelernt und wollte unbedingt zum Bund ist dann auch T1 gemustert worden und jetzt bei der Luftwaffe in Maching also er sagt es wäre kein Späßchen und körperlich gehts öfter an die Grenzen grad in der ersten Zeit aber man hat einfach viele Möglichkeiten z.B könnte er auch seinen Pilot beim Bund machen.
Ihm gefällts und ich find eigentlich Jungs sollten zum Bund wink hehe naja *wir Frauen stehen halt auch starke Männer*

Nein aber was ich nicht verstehe ist wenn manche derartige Ausreden erfinden wie er kann nicht zum Bund wegen seinem Glauben oder weil er keine Waffe in die Hand nimmt ... mh aber am PC da können sie bei CS oder wie das heißt die Köpfe anderer wegballern mhhhhh ...

Also ich als Frau ich würde auch zum Bund gehen weil ichs interessant fände aber ich habe ehrlich gesagt dafor oder hätte davor Angst vor der körperlichen Kraft die man natürlich nicht so hat wie einige Jungs und gut wie Mädchen mh haben ja noch ein paar Probleme die dann doch mich dabon abhalten würden wink Da geh ich jetzt aber net länger drauf ein ich denke mal ihr wisst was ich mein hehe  thumbsup
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arttoseo
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« Antwort #3 am: 31. Mai 2008, 21:26:29 »

Ich war 9 Monate bei der Bundeswehr als Grundi dabei und bin selten froh, dass dieser Mist vorbei ist!  gun

Rumgammeln kann man nach der Aga auch mancherorts abseits von der Küche, nämlich in Einheiten wie das Instandsetzungsbataillon oder dem Nachschub.

Vorbereiten auf die Einstellungsprüfung der Bundeswehr kann man sich herrlich mit einschlägiger Literatur, wie hier zu finden:
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