KamkikazeQeen
neugierig
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« am: 29. August 2010, 09:42:23 » |
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Hallo.
Ich würde mich gerne mal vorstellen. Vorab möchte ich gleich vorwarnen, dass mein Leben nicht gerade ein schöner knalliger Farbkleks ist, sondern eigentlich nur ein Schwarz-Weiß-Foto, das zerrissen wurde, um gedanken und Erinnerungen auszulöschen.
Mein Name ist Jessica Patricia Haas geb. Schlicht. Ich bin 18 Jahre alt und wohne in Wolfratshausen, einem kleinen Städtchen in Westen von Bayern - Landkreis Bad-Tölz. Ich bin verheiratet, lebe von meinem Mann getrennt (bald in Scheidung) und lebe momentan bei meinem Freund seit 5 Monaten hier. Ich habe keinen Abschluss, gehe nicht zur Schule und besitze keine Ausbildung.
Ich habe 5 Jahre Grundschule hinter mir. Ich musste die 2. Klasse wiederholen. Warum weiß ich nicht mehr. Nach der vierten Klasse, es gab noch die sogenannte "Oberschule" - wurde ich für ein Jahr in die "OS" in Niedersachsen gesteckt. Nach diesem Jahr sollte sie abgeschafft werden, wodurch ich mich schließlich zu entscheiden hatte, auf welche Schule ich gehe. In der Grundschule wurde mir eine glatte Empfehlung für die Realschule gegeben, in der Oberschule allerdings nur eine hauchdünne Realschulempfehlung - warum auch immer. Jedoch hat meine Mutter damals darum gekämpft, dass ich aufs Gymnasium konnte. Ein Jahr lang habe ich auf dem Gymnasium verbracht, bis ich (ich war ziemlich rebellisch zu dieser Zeit und verstand nicht, wie wichtig es war, in die Schule gehen zu dürfen) schließlich vom Gymnasium geschmissen wurde. Vorher allerdings hatte mir der Direktor gesagt, dass es schade sei, ich wäre eine ausgezeichnete Schülerin gewesen und könne das Gymnasium mit Links packen. Jedoch half die Rederei nicht viel - ich musste auf die Realschule. Ab der 7. Klasse war ich schließlich auf dieser Schule. Dort gingen die Probleme weiter, jedoch fing es mit Mobbing, Ausgrenzung und Gekicher los. Ich stand die 7. Klasse durch, die 8. Klasse durfte ich zweimal machen. Am Anfang der wiederholten Achten habe ich angefangen zu schwänzen. Ich war gefühlsmäßig ziemlich im Keller, wodurch auch meine Noten dementsprechend wurden. gerade so, weil der Direktor mir eine letzte Chance bat (und das obwohl ich es nicht verdient hatte, weil meine Noten auf 5 standen), brachte er es durch, mich in die 9. Klasse zu bringen. Doch da ging alles wieder von vorne los. Ich hatte mit meiner Mutter ziemlich Zoff und bin schließlich von zu Hause ausgezogen. Das war im August letzten Jahres. Bevor ich von zu Hause auszog, habe ich gerade die 9. Klasse der Realschule absolviert. Jedoch mit einem Verweis auf die Hauptschule - meine Noten waren allesamt auf 5. nachdem ich auszog bin ich schließlich zu meinem damaligen Freund gezogen, mit dem ich nun verheiratet bin - Fehler Nr. 42(?), und jetzt getrennt lebe. Während der Zeit hatte ich mich bemüht, an eine Hauptschule ranzukommen, doch mit einem Zeugnis, wo alle Fächer eine 5 aufwiesen, hatte ich da schlechte Karten. Das klang eher nach Sonderschule. Ich wurde auf eine Freitagsschule verwiesen, an der ich jede Woche einen Tag 4 Stunden anwesend sein musste - angeblich um die Schulpflicht zu erfüllen. Eine Lehrerin sprach mich drauf an, ob ich nicht den Hauptschulabschluss nachmachen wolle - dieser Kurs sei nichts für mich. (Wir durften in dieser Freitagsschule Aufgaben wie 9 durch 3 rechnen - wir hatten eine halbe Stunde Zeit für zwei Buchseiten, die ich in etwa 5 Minuten runtergerechnet hatte.) Nachdem ich die Chance bekam, hat mir diesmal die Schule selbst meinen Werdegang in der Schule versaut. Ich war etwa zwei Wochen krank. Zwar hatte ich jegliche Ateste persönlich dort abgegeben, jedoch meinte die Schule sie habe niemals irgendeinen Atest von mir erhalten - wodurch ich wieder auf die Freitagsschule ging. Kurz danach hat mich mein (jetzt Ex-)Mann aus seiner Wohnung geschmissen. Ein Kumpel hat mich dann aufgenommen - dies ist mein jetziger Freund.
Ich muss zugeben, der Schulwerdegang ist alles andere als ein angenehmer Lehrgang gewesen. Ich habe die Schule geschmissen, bin verheiratet, lebe geschieden, bekomme nirgendwo einen Platz in der Schule, oder gar eine Ausbildung. Ich hatte mir damals, als ich sechs Jahre alt war, in den Kopf gesetzt, freiberufliche Schriftstellerin werden zu wollen. Gut, dies will ich immernoch, ejdoch sehen meine Chancen inzwischen sehr gering aus, da ich weiss dass ich alleine als Schriftstellerin nicht mein Alltäglichbrot verdienen kann und einen weiteren Job brauche. Dafür jedoch muss eine Ausbildung bzw ein Abschluss her. Nun bin ich dran, zu versuchen Hartz IV zu beantragen, sowie nachzufragen, ob ich Kindergeld bekomme. Wenn dies beides klappt ist meine Planung, bei der ILS meinen Hauptabschluss nachzumachen um danach mein Abitur dort machen zu können. Ich habe gelernt, dass Schule sehr wohl wahnsinnig wichtig für die zukünftlichen Geschehnisse ist. Ich habe einiges, was die Schule betrifft, erlebt und bereue so ziemlich jeden einzelnen Schwänztag, jede einzelne schlechte Note, jeden einzelnen Tag an dem ich meine Hausaufgaben nicht ordnungsgemäß gemacht habe. Doch aus Fehlern lernt man - dennoch fühle ich mich wie ein totales Wrack - nutzlos, leer, verzweifelt und hoffnungslos.
Es tut mir Leid, wenn ich hier jetzt einen halben Roman geschrieben habe. Jedoch musste das Ganze einfach mal raus.
Liebe Grüße, Kamikaze Queen
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